AG Gaedcke

Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie

Ein Probenträger wird befüllt

Wesentlicher Schwerpunkt der Arbeitsgruppe ist die Identifikation von Parametern, die eine Vorhersage über den Verlauf von Krankheiten oder das Ansprechen auf bestimmte Therapien erlauben. Neben rein klinischen Daten werden sogenannte Biomarkeruntersucht. Hierbei handelt es sich insbesondere um molekulare Marker, wie Genveränderungen oder Genprodukte, die eine prognostische oder diagnostische Aussagekraft haben. Das Ziel lautet, die Therapie der Patient*innen präziser gestalten zu können, um einerseits unnötige Nebenwirkungen bei voraussichtlich erfolglosen Therapien zu vermeiden oder andererseits aggressivere Ansätze zu wählen, sofern es die Biologie des Tumors erforderlich macht und der*die Patient*in einen potentiellen Vorteil davon hat.

Primäre Anwendungsgebiet: Rektumkarzinom

Das primäre Anwendungsgebiet ist derzeit das Rektumkarzinom, welches je nach Stadium mit einer neoadjuvanten (präoperativen) 5-FU-basierten Radiochemotherapie – gefolgt von der Operation – behandelt wird. Leider profitiert nur ein Teil der Patient*innen (60 %) von der Vortherapie. Die übrigen Patient*innen zeigen ein nur sehr schwaches (bzw. gar kein) Ansprechen auf die Radiochemotherapie. Von den Patient*innen, die mit einer kompletten Remission auf die Vortherapie reagieren, weiß man, dass sie zum einen eine exzellente Prognose aufweisen, zum anderen gibt es Überlegungen, diese Patient*innen auf Grund der relevanten Nebenwirkungen einer Rektumresektion zunächst nicht mehr zu operieren. Entsprechend ist eine Prädiktion des Ansprechens von großem Interesse, da es zu einer Intensivierung der Therapie, einem abwartenden Verhalten nach Vortherapie oder der primären Resektion führen könnte.

Bisher wurden genomweite Analysen durchgeführt (also von der gesamten Erbsubstanz - DNA), welche das quantitative Vorhandensein von mRNA und miRNA im Tumorgewebe untersuchten. Bei mRNA handelt es sich um die abgelesene Erbsubstanz (der Vorgang wird als Transkription bezeichnet), welche der Körper benötigt, um Proteine herzustellen (so genannte Translation). Unter miRNA versteht man kurze Sequenzen, die auch von der DNA abgelesen werden. Ihre Aufgabe ist die Regulation der mRNA durch Bindung und Hemmung der Translation und/oder deren Abbau.

Darüber hinaus wurde der Methylierungsgrad der DNA (Methylierung von DNA reguliert u. a. das Ablesen der DNA) untersucht, sowie spezifische Mutationen einzelner Gene wie insbesondere das KRAS Gen. Diesem Gen kommt bei Rektumkarzinomen – aber auch anderen Tumoren – eine entscheidende Bedeutung in der Proliferation und Differenzierung von Zellen zu.

Neben Analysen direkt aus dem Gewebe des Tumors wird zunehmend auch Blut untersucht. Ziel ist zum einen, Biomarker zu etablieren, die leichter zugänglich sind als z. B. Gewebebiopsien. Zum anderen ermöglicht Blut aber auch die Etablierung von Markern, die den Verlauf einer Erkrankung nach Entfernung des Tumors bzw. nach dessen komplettem Ansprechen erlauben.

Neben dem Rektumkarzinom stellt das Pankreaskarzinom auf Grund der sehr schlechten Prognose einen weiteren Fokus dar. Hierbei steht v. a. die Untersuchung von Blutproben im Vordergrund, da Tumorproben vor der Resektion nur sehr schwer zu gewinnen sind.

Publikationen

Mitglieder

Leitender Oberarzt

Prof. Dr. Jochen Gaedcke

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Oberarzt

Dr. Peter Jo

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  • Oberarzt, Ärztliche Leitung Viszeralmedizinisches Studienzentrum

    Zusatzbezeichnung: Chirurgische Intensivmedizin
    DEGUM II
    Stellvertr. Leitung DEGUM Sektion Chirurgie
    Stellvertr. Leitung DEGUM Arbeitskreis Interventioneller Ultraschall

Fachärztin

Dr. Azadeh Azizian

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Facharzt

Dr. Felix Rühlmann

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Facharzt

Dr. Markus Bernhardt

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Laborassistent

Chan-Rong Lai

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Medizinisch-technische Assistentin

Jessica Eggert

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